Füchse Duisburg schnuppern am Punktgewinn gegen Spitzenreiter Tilburg Trappers

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Bei Spielbeginn hoben die Fans aus Tilburg ein Plakat in die Höhe: Füchse Danke für ihre Support! stand darauf. Damit bedanken die Niederländer sich für einen allzeit herzlichen Empfang in der KENSTON ARENA.
Dass sie die Punkte mitnahmen lag nicht nur an der Stärke der Tilburger, leider auch an der fehlenden Laufbereitschaft aus Seiten einiger Duisburger. So musste Philip Lehr schon in der ersten Spielminute zugreifen. Lehr bekam heute den Vorzug vor Mathis und wurde nach dem Spiel von seinem Trainer gelobt. Die logische Konsequenz aus dem ersten Drittel, Tilburg ging mit 2:0 in Führung. Die Tore machten Nagtzaam und Collier jeweils auf Vorarbeit von M. Bruijsten. Die Gäste waren überlegen, hatten das Spiel im Griff und Dank Lehr lag Duisburg nicht noch höher zurück. Die Füchse Duisburg waren nicht wiederzuerkennen im Vergleich zu Freitag beim Sieg in Leipzig.

Nach der Drittelpause ging es weiter nur in eine Richtung, nämlich auf das Tor von Lehr. Erneut Natzgaam markierte in der 23. Minute die 3:0 Führung für Tilburg, wieder räumte keiner vor ihm den Puck weg. Lehr konnte einem schon leidtun. Eine Minute später bekommt Duisburg eine Überzahl zugesprochen. Das Power-Play klappte in der letzten Zeit recht gut, doch wie sehr sich Duisburg auch bemühte, Tilburg konnte immer wieder die Scheibe herausspielen. Als es nur noch wenige Sekunden in Überzahl für Duisburg waren, zieht Verelst über die linke Seite ins Drittel der Tilburger und schießt aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Leeuwesteijn macht die Ecke nicht richtig zu und Duisburg kommt zum Anschlusstreffer. Plötzlich bekommen die Füchse Flügel, laufen endlich, kämpfen und haben auch das nötige Scheibenglück. Schmitz scheitert aus wenigen Metern. Joly wird in einer klaren Torchance gefoult. Penalty für Duisburg. Joly vergibt zu lässig. Bully vor dem Tilburger Tor. Berzins gewinnt das Bully, Gulda legt auf Walch ab an die blaue Linie, Yannis zieht sofort ab und es steht nur noch 2:3! Auszeit Tilburg. Doch schon nach dem nächsten Bully taucht Gulda alleine vor Leeuwesteijn auf und verpasst den Ausgleich. Den macht dann Habermann aus der Drehung nach toller Vorarbeit von Duisburgs bestem Spieler heute auf dem Eis – Sam Verelst. Wahnsinn, drei Tore in fünf Minuten gegen den souveränen Tabellenführer. Duisburg drückt weiter, wittert, hier geht noch mehr. Wieder ist es Gulda, der diesmal aus zwei Metern den Tilburger Goalie nicht überwinden kann. Den direkten Konter nutzen die Gäste eiskalt zum 4:3, aber, zum Erstaunen der gesamten Zuschauer in der KENSTON ARENA gibt der Schiedsrichter den Treffer nicht. Seiner Aussage nach war die Scheibe „zu keinem Zeitpunkt über der Linie“! Tja, da es keinen Videobeweis in der Oberliga gibt, war es Glück für Duisburg, denn der Puck war klar im Tor. Noch vier Minuten zu spielen im zweiten Drittel. Tilburg wird jetzt sauer, schaltet mal eben ein paar Gänge höher und drischt den Puck gegen die Latte. Eine Minute vor Drittelende zielt Montgomery genauer und trifft zum 4:3 für Tilburg.

Trotzdem war das Momentum auf Seiten der Füchse. Wenn, ja wenn da nicht die Schlafmützigkeit von Joly gewesen wäre. Duisburgs Stürmer war mit den Gedanken vermutlich noch in der Kabine als er schon im ersten Wechsel im dritten Drittel Kevin Bruijsten ungehindert ziehen lässt. Das 5:3 und die Vorentscheidung? Keineswegs, Füchse geben niemals auf, sangen die Fans heute und so war es auch nach der erneuten Tilburger Führung. Huebscher läuft in der 47. Minute über die linke Seite ins Tilburger Drittel, zieht zum Tor und schlenzt den Puck über die Schulter zum 4:5 ins Netz. Hoffnung auf Duisburger Seite. Die wurde weiter genährt, als Verelst nur Sekunden später fast eine Kopie des Huebscher-Tores abgab. Auch er über links ins Drittel und unhaltbar über die Schulter, der 5:5 Ausgleich. Tilburgs Trainer Bohuslav Subr reagiert und nimmt seinen Goalie raus, für Leeuwesteijn kommt Meierdres. Hatte man bislang von Tilburgs Ausländer Parker Bowles noch nicht allzu viel gesehen, zeichnet es einen Torjäger aus, wenn er dann doch an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit steht. Ebenfalls in der 48. Minute markiert eben dieser Bowles die erneute Führung zum 6:5 für Tilburg. Duisburg reklamierte Abseits von Tilburg, aber über den Schiedsrichter hatten wir ja schon gesprochen. Duisburg gab sich aber immer noch nicht geschlagen. Kämpfte und versuchte alles. Beck, der in den letzten Wochen blass ist, schießt drüber. Verelst bedient mit einer schönen Vorarbeit Barta und Habermann vorm Tor, doch beide verpassen. Dann bekommt Tilburg eine Strafe, es sind noch eine Minute und 57 Sekunden auf der Uhr. Duisburg mit einem Mann mehr, bei einem Tor Rückstand. Das Überzahlspiel sollte nicht klappen. Zu hektisch und zu ungenau die Pässe, dann geht Lehr vom Eis. Sechs Duisburger gegen vier Tilburger, die Scheibe läuft, aber Tilburg lässt keine Schüsse zu, Sekunden vor dem Ende dann ein Verzweiflungsschuss und Kevin Bruijsten geht dazwischen, läuft ein paar Meter und schiebt die Scheibe aus der neutralen Zone ins verwaiste Tor. 7:5 der Endstand gegen den Spitzenreiter, zweimal zurückgekommen und leider nicht belohnt worden.
„Wir haben 20 Minuten geschlafen im ersten Drittel“, sagte Füchse Trainer Frank Petrozza nach dem Spiel. „Nach dem ersten Tor waren wir erst wach, sind gelaufen, aber wir verlieren einfach zu viele Zweikämpfe, machen einfache Fehler, individuelle Fehler. Das hat nichts mit dem System zu tun, was wir spielen, Einige laufen einfach hinterher. Das wird gegen die Spitzenmannschaften dann bestraft!“
Eine Randbemerkung noch: Nach dem Spiel hat die Tilburger Mannschaft sich von den eigenen Fans zurecht feiern lassen. Die Tilburger Mannschaft ist aber geschlossen zu den Duisburger Fans gefahren und hat sich bei denen bedankt für die Unterstützung und das herzliche Willkommen in der KENSTON ARENA! Eine schöne Geste der Gäste aus Tilburg!
Eishockey macht auch vor Karneval nicht Halt! Einen Tag nach Altweiber ist schon wieder Derbyzeit in der KENSTON ANRENA. Die Moskitos Essen sind zu Gast bei den Füchsen Duisburg. Erstes Bully ist um 19:30 Uhr. Sonntag müssen die Duisburger dann bei den Hannover Indians antreten, Spielbeginn ist 19 Uhr, das Füchse-Radio ist wieder live dabei.

Füchse Duisburg – Tilburg Trappers 5 : 7 (0:2/3:2/2:3)

09. Minute – 0:1 Nagtzaam (Collier/Bruijsten M.)
15. Minute – 0:2 Collier (Bruijsten M./Loginov)
23. Minute – 0:3 Nagtzaam (Bruijsten M./Montgomery)
26. Minute – 1:3 Verelst (Beck)
30. Minute – 2:3 Walch (Berzins/Gulda)
31. Minute – 3:3 Habermann (Verelst/Barta)
39. Minute – 3:4 Montgomery (Bruijsten M./Collier)
41. Minute – 3:5 Bruijsten K. (Hermens)
47. Minute – 4:5 Huebscher (Joly/Nägele)
48. Minute – 5:5 Verelst (Walkowiak/Cespiva)
48. Minute – 5:6 Bowles (Van Gestel/Vogelaar)
60. Minute – 5:7 Bruijsten K. (Empty Net)

Zuschauer: 1254

Strafen: Füchse Duisburg 4 – Tilburg Trappers 6

Aufstellung Füchse: Philip Lehr, (Christoph Mathis) – Mike Schmitz, Marius Nägele, David Cespiva, Yannis Walch, Thomas Ziolkowski, Aron Beally, Finn Walkowiak – Lars Grözinger, André Huebscher, Raphael Joly, Marco Habermann, Björn Barta, Viktor Beck, Armands Berzins , Jari Neugebauer, Sam Verelst, Cornelius Krämer, Dennis Gulda, Marco Clemens