Gute Laune bei der Saisoneröffnungsfeier der Füchse

Wie schlägt das Herz von Etienne Renkewitz? Ganz klar: Im Füchse-Takt! Der Torhüter 1c des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg? „Im Herzen bin ich immer 1a“, sagte der gebürtige Duisburger unter dem Jubel der Füchse-Fans im Rahmen der Saisoneröffnungsfeier, die am Samstag im Audi-Zentrum Duisburg, einem der Hauptsponsoren der Füchse, stattfand.

„Ich bin 2005 mit dem Zug nach Straubing gefahren und war dabei, als die Füchse in die DEL aufgestiegen sind.“ Und auch ganz aktuell ist Eddy Renkewitz von seinem Team – vor allem von den Goalies – überzeugt. „Matze (Christoph Mathis) hat vor zwei Jahren gegen uns gezeigt, was er kann. Justin (Schrörs) hat oft genug bewiesen, was er darauf hat. Da brauch man nicht viel dazu zu sagen. Das sind Top-Jungs – mit mir dann noch: Wat besseres gibbet nich‘!“ Auch Justin Schrörs ist überzeugt von seinen Mit-Torhütern: „Es gehört ja auch zum modernen Eishockey, mehrere gute Torhüter zu haben. Und außerdem haben wir uns in Verteidigung und Sturm verbessert.“ Und Christoph Mathis hat ja bereits beste Erfahrungen damit, wie es ist, ein Play-off-Finale zu gewinnen – mit Freiburg gegen Duisburg. „Das war sehr eng. Jedes Spiel hätte auch anders herum ausgehen können. Ich habe im fünften Spiel zwar zu null gespielt, aber die Jungs vor mir haben mir damals auch sehr geholfen“, zeigt sich der Goalie bescheiden.

Mit David Cespiva haben die Füchse nicht nur einen Leistungsträger vom DEL2-Meister Löwen Frankfurt verpflichtet – sondern einen waschechten Duisburger, der aber als Kind über Moers und Krefeld bereits mit 14 Jahren nach Mannheim kam. „Ich freue mich wahnsinnig darauf, vor meinen Eltern und Freunden zu spielen. Und es ist eine Ehre, seine eigene Stadt vertreten zu dürfen“, sagt der Abwehrspieler, der als Assistenzkapitän das „A“ auf der Brust tragen wird. „Das ‚A‘ ist nicht so wichtig. Wir haben noch viele weitere Leader im Team und Spieler, die schon etwas gewonnen haben. Das ist sehr wertvoll.“ Auch Manuel Neumann ist von der neuen Abwehr überzeugt: „Das ist wirklich super. Mit ‚Ces‘ habe ich schon in Frankfurt gespielt, mit Zett (Thomas Ziolkowski) in Dortmund. Wir sind läuferisch stark, groß und kräftig.“ Der erwähnte „Zett“ freut sich, die Familiengeschichte in Duisburg weiterzuschreiben. „Du hast immer einen Ziolkowski in Duisburg“, sagt er mit einem Augenzwinkern in Anspielung darauf, dass er selbst in der Saison 2011/12 bereits für den EVD gespielt hat. Auch sein Bruder Christoph war schon wiederholt bei den Füchsen. „Die Erinnerungen an Duisburg sind geil, weil wir 2012 ja das Finale gegen Bad Tölz erreicht haben. Die Fans hier sind Wahnsinn.“ Und nun? „Duisburg hat Ambitionen nach oben – da wollen wir hin.“

Im Bereich der Stürmer berichtete Raphael Joly von seinen ganz besonderen Erfahrungen im Sommer. „Ich habe in Terrebonne, wo ich mit meinem Juniors-Team trainiert habe, Celine Dion getroffen. Ihr Sohn spielt Eishockey und hatte dort ein Spiel.“ Das Besondere: Sein Großvater Gerry Joly war Singer-Songwriter im Bereich der Countrymusik und hat mit „Mille après Mille“ einen Hit geschrieben, den jeder Countryfan in Nordamerika kennt. „Sie hat ihn für mich in Terrebonne gesungen. Das war ein spezieller Moment“, sagt Joly.

Björn Barta wird die Füchse auch in der kommenden Saison als Kapitän anführen. „Das macht stolz, aber auch ohne den Buchstaben auf der Brust würde ich mich nicht anders verhalten. Ich freue mich, die Verantwortung zu übernehmen.“ Die Stimmung im Team wird vom Trainerteam gelobt. „Wir haben einige anstrengende Tests hinter uns. Das schweißt zusammen“, so Barta, der sich auf die Zusammenarbeit mit Trainer Doug Irwin freut. „Er hat gesagt, dass er auch laut werden kann. Ich hoffe, dass er es nicht oft werden muss. In Bad Nauheim hätte er allen Grund dazu gehabt. Aber ich bin mir sicher, dass es am Sonntag wieder besser läuft.“

Mit Sam Verelst aus Herne und Robin Slanina kamen Spieler von der Ruhr-Konkurrenz. „Natürlich wollen wir die Derbys gewinnen – und zwar alle“, sagte die beiden. Derweil ist André Huebscher von der Qualität der Oberliga Nord überzeugt. „Die Liga hat sich hervorragend entwickelt. Wir müssen uns ganz sicher nicht hinter dem Süden verstecken.“

Neben den Spielern ging es natürlich auch um die Macher und Trainer der Füchse, die sich auf die neue Saison freuen. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft“, betont Irwin. „Ich habe Duisburg schon immer beobachtet. Das ist ein sehr professionelles Umfeld“, sagt der Coach.

Füchse-Chef Sebastian Uckermann freute sich, dass nicht nur alle Sponsoren gehalten werden, sondern auch neue gefunden werden konnten. Zum Abschluss betonte Uckermann: „Unser wichtigster Unterstützer sind und bleiben aber unsere Fans.“

Und auch die Jungfüchse waren ein Thema. „Unsere Trainer mit dem Sportlichen Leiter Dirk Schmitz leisten hervorragende Arbeit“, sagte EVD-Stammvereinschef Stavros Avgerinos, während die Schüler nach dem Aufstieg zeitgleich in Wolfsburg den ersten Punkt in der Bundesliga einfuhren. „Aber wir müssen auch betonen, wie herausragend die Arbeit der Eltern ist, die als Helfer, Betreuer, Zeitnehmer und vieles mehr tätig sind. Ehrenamtler sind nicht zu ersetzen, weil sie alles mit viel Herz machen. Daher an dieser Stelle: Vielen Dank an alle!“

Bereits am Sonntag geht es weiter. Um 16.00 Uhr ist der Zweitligist EC Bad Nauheim an der Wedau zu Gast.